Aufgrund der hohen Temperaturen beim Stillstand einer modernen Solaranlage wechselt die Solarflüssigkeit trotzdem hin und wieder in den dampfförmigen Aggregatzustand. Dieser Wechsel von flüssig zu gasförmig und wieder zurück verändert im Laufe der Zeit die Eigenschaften der Solarflüssigkeit, sie altert. Bei Wartungsarbeiten an der Solaranlage, sollte man den Zustand der Solarflüssigkeit überprüfen und bei Anzeichen von Überalterung austauschen lassen. Eine Kontrolle der Solarflüssigkeit in einem Abstand von 2 Jahren wird als ausreichend angesehen.
Die in thermischen Solaranlagen zum Abtransport verwendete Flüssigkeit nennt man Wärmeträgerflüssigkeit. Die Ansprüche an diese Flüssigkeit sind hoch: Sie darf nicht ätzend, reizend oder giftig uns sollte möglichst über einen langen Zeitraum hinweg chemisch stabil bleiben. Die Wärmeträgerflüssigkeit sollte biologisch abbaubar und wegen der hohen Standtemperaturen der Sonnenkollektoren möglichst verdampfungssicher sein.
Damit im Winter Schäden an den Rohrinstallationen und Kollektoren ausgeschlossen sind, ist auch eine hohe Frostsicherheit der Solarflüssigkeit notwendig. Je höher der Anteil von Propylenglykol an der Mischung ist, desto niedriger ist der Gefrierpunkt der Solarflüssigkeit. Sinkt die Temperatur jedoch unter den Gefrierpunkt der Wärmeträgerflüssigkeit, so entsteht durch den Propylenglykolanteil ein teilkristallisiertes Wassereisgemisch das die Rohrleitungen der Solaranlage nicht zerstört.
In mitteleuropäischen Breitengraden ist eine Beimischung von maximal 50% Propylenglykol zum Wasser ausreichend. Eine stärkere Konzentration von Propylenglykol ist ungünstig, da die spezifische Wärmekapazität der Wärmeträgerflüssigkeit vermindert wird und sich der Strömungswiderstand aufgrund der höheren Viskosität der Solarflüssigkeit erhöht. Durch die daraus resultierende stärkere Pumpentätigkeit erhöht sich der Strombedarf und die Effizienz der Solaranlage sinkt. Auch Anlaufschwierigkeiten oder Überhitzungsprobleme können bei der Solarpumpe auftreten, wenn der Propylenglykolanteil in der Wärmeträgerflüssigkeit zu hoch ist.
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